Betreuung und Vorsorge

Behalten Sie Ihr Leben in der Hand! Ihr Wille ist das, was zählt.

Jeder möchte über das, was er sich geschaffen und erarbeitet hat, nach seinen eigenen Vorstellungen verfügen. Dazu gehört auch die testamentarische Regelung des Nachlasses. Aber was ist mit dem eigenen Leben? Wer bestimmt, wenn man selbst nicht mehr in der Lage sein sollte, wie und wo man nach einem Unfall, bei Krankheit oder im Alter medizinisch behandelt oder gepflegt wird? Wer führt das Unternehmen, verwaltet das Vermögen, erledigt Bankgeschäfte und entscheidet so für einen, wie man es selbst tun würde? Wer sorgt für die minderjährigen Kinder?

Sie können Ihr Leben - und das Ihrer minderjährigen Kinder - auch in solchen Fällen in der Hand behalten, wenn Sie Ihren eigenen Willen rechtzeitig deutlich machen. In einer Sorgerechtsverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung oder Patientenverfügung.

Der Vorsorgefall tritt oft plötzlich und unerwartet auf. Trotzdem können Sie mit einer rechtzeitigen Vorsorgeregelung selbst über Ihr Schicksal entscheiden. Handeln Sie also jetzt und erhalten Sie sich Ihre Freiheit und Lebensqualität durch das gute Gefühl, alles geregelt zu haben und über Ihr Leben selbst zu bestimmen, anstatt andere über Sie entscheiden zu lassen.

Sorgerechtsverfügung

Viele Eltern sind der festen Überzeugung, dass das Sorgerecht für ihre minderjährigen Kinder automatisch auf nahe Verwandte wie z. B. Großeltern oder Taufpaten übergeht, wenn ihnen etwas passiert. Das ist ein Irrtum. Denn dann entscheidet das Familiengericht, wer die Sorge für das Kind übernehmen soll. Im Idealfall kann es sich dabei am Willen der Eltern orientieren - dazu muss dieser jedoch bekannt, d.h. dokumentiert sein. Wie hat das zu erfolgen?

Für den Fall, dass die Eltern zu Lebzeiten nicht mehr in der Lage sind, sich verantwortungsvoll um ihre Kinder kümmern zu können - aus welchen Gründen auch immer -, sollte zusammen mit der eigenen Vorsorgevollmacht eine handschriftliche Sorgerechtsverfügung erstellt werden. Darin wird die Person benannt, die für diesen Fall vom Familiengericht als Vormund eingesetzt werden soll. Auch die Benennung einer Ersatzperson sollte berücksichtigt werden.

Für den Fall, dass beide Elternteile gleichzeitig versterben muß im Rahmen des Testaments oder Erbvertrages erklärt werden, wer das Sorgerecht für die Kinder erhalten soll. Wiederum ist an die Benennung einer Erstatzperson zu denken.

Vorsorgevollmacht

Das Gesetz ist eindeutig: Wer nicht mehr dazu in der Lage ist, seine Angelegenheiten ganz oder teilweise selbst zu regeln, muss sich auf den gesetzlich vorgesehenen Weg verlassen. Das bedeutet, dass das Gericht grundsätzlich die Person bestimmt, die Sie sowohl in vermögensrechtrechtlichen als auch höchstpersönlichen Angelegenheiten vertritt. Aber können Sie sicher sein, dass es derjenige ist, der wirklich ganz in Ihrem Sinne entscheidet und handelt? Außerdem wird dieser Betreuer immer vom Gericht kontrolliert, selbst wenn es ein naher Angehöriger ist. Verständlicherweise empfinden die meisten Familien dies als starke persönliche Einschränkung - was es oftmals auch tatsächlich ist.

Mit einer Vorsorgevollmacht bewahren Sie sich Ihre Selbstbestimmung, denn Sie suchen Ihren Bevollmächtigten selbst aus und machen somit die gesetzliche Betreuung überflüssig. Es zählt allein Ihr Wille.

Natürlich gibt es im Internetzeitalter für nahezu jeden Lebensbereich vorgefertigte Ankreuzformulare. Allerdings kann so ein Formular niemals auf Ihre individuellen Bedürfnisse ausgerichtet sein und Sie „verschenken“ Ihren persönlichen Gestaltungsspielraum. Außerdem wird der Eindruck erweckt, dass mit dieser Form der privatschriftlichen Erteilung einer Vollmacht „alles rechtssicher erledigt sei“. Wenn Sie sicher gehen wollen, dass Ihre Vollmacht z. B. auch von Grundbuchamt, Handelsregister oder Banken so anerkannt und ausgeübt wird, wie Sie es möchten, sollten Sie den Weg der notariellen Beurkundung wählen.

Unternehmer - Vollmacht

Die Vorsorge des Unternehmers unterscheidet sich von der „privaten“ Vorsorgevollmacht im Wesentlichen dadurch, dass sie nicht auf die Person des Unternehmers, sondern unter Berücksichtigung der jeweiligen Rechtsform auf die Besonderheiten des einzelnen Unternehmens zugeschnitten sein muss. Sie ist somit als „unternehmensbezogene Vorsorgevollmacht“ zu verstehen, die zur Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit des Unternehmens und zum Schutz vor Übernahme durch staatliche Betreuung konzipiert werden muss.

Herausragende Bedeutung hat hierbei die sorgfältige Auswahl eines fachlich und persönlich geeigneten Bevollmächtigten.

Betreuungsverfügung

Ohne rechtswirksame Vorsorgevollmacht schreibt das Gesetz im Bedarfsfall die gerichtliche Bestellung eines Betreuers vor, den das Gericht grundsätzlich selbst auswählt. Wenn Sie sich nicht darauf, sondern lieber auf jemanden Ihres Vertrauens verlassen möchten, können Sie mit einer Betreuungsverfügung Ihren Betreuer selbst vorschlagen. Sollten keine wichtigen Gründe gegen diese Person sprechen, wird sich das Gericht an Ihren Vorschlag halten. Außerdem können Sie in dieser Verfügung Wünsche definieren, wie Ihre Betreuung ausgeführt werden soll. Daran muss sich der Betreuer grundsätzlich halten - es sei denn, die Anweisungen sind gegen Ihr Wohl.

Auf jeden Fall wird dieser Betreuer - anders als bei der Vorsorgevollmacht - vom Gericht kontrolliert und braucht für manche Rechtsgeschäfte dessen Zustimmung.

Patientenverfügung

Zu Ihrem Recht auf ein selbstbestimmtes Leben gehören auch Situationen, in denen Sie selbst entscheidungsunfähig sind, zum Beispiel durch einen Unfall. Für diese Fälle gibt es die Patientenverfügung. In ihr legen Sie schriftlich fest, ob und wie Sie in bestimmten Situationen ärztlich behandelt werden möchten. So gehört z. B. die Zwangsernährung in Deutschland immer noch zum medizinischen Standard. Mit einer Patientenverfügung wahren Sie Ihr Selbstbestimmungsrecht und können entscheiden, welche lebenserhaltenden oder lebensverlängernden Maßnahmen für Sie getroffen oder nicht getroffen werden, denn die Ärzte sind grundsätzlich an Ihren Willen gebunden.

Dabei gilt es zu beachten, dass eine Patientenverfügung keine Vorsorgevollmacht ersetzt und daher niemals isoliert errichtet werden sollte. Erst in Kombination mit einer Vorsorgevollmacht können Sie sicher sein, dass Ihr Bevollmächtigter an Ihre Wünsche gebunden und gleichzeitig ermächtigt ist, sie auch durchzusetzen.

Pflegeberatung

Selbstbestimmt - auch bei Pflegebedürtigkeit

Möglicherweise hatten Sie auch schon einmal das Gefühl, Ihren Alltag nicht mehr allein bewältigen zu können und sich Hilfe und Unterstützung gewünscht. Wahrscheinlich möchten Sie aber trotz Pflege- und Hilfebedürftigkeit gern in Ihrer vertrauten Umgebung bleiben und sich Ihre Eigenständigkeit bewahren?

Oder aber ein Familienmitglied ist nicht mehr in der Lage, sich selbst zu versorgen: Der klassische Fall für die Angehörigen. Ist es möglich und sinnvoll, selbst zu pflegen, oder ist es besser, eine ambulante oder stationäre Pflege zu organisieren?

Die lightzins eG und ihre Kooperationspartner stehen Ihnen in allen Fragen rund um das Thema Pflege beratend und begleitend zur Seite. Dazu gehören z. B. unter anderem:

Besteht Anspruch auf eine Pflegestufe?

Die normalen Dinge des täglichen Lebens fallen Ihnen immer schwerer: Körperpflege, Einkaufen, Zubereitung der Mahlzeiten und deren Verzehr werden zunehmend zur Herausforderung. Aber ab wann können Sie eine Pflegestufe beantragen?

Was leistet die Pflegeversicherung?

Welche Leistungen umfasst die gesetzliche Pflegeversicherung? Beispielhaft seien hier die

  • Häusliche Pflege mit und ohne externe Unterstützung,
  • Ersatz-/ Verhinderungspflege,
  • Kurzzeitpflege,
  • Teilstationäre Pflege als Tages- oder Nachtpflege,
  • Vollstationäre Pflege

genannt. Wann können Sie welche in Anspruch nehmen?

Organisation der Pflege

Möchten Sie die Pflege eines Angehörigen ohne die Unterstützung eines Pflegedienstes selbst durchführen, erhalten Sie dafür Pflegegeld von der Pflegeversicherung. Wie Sie dieses verwenden, entscheiden Sie selbst. Daneben besteht auch die Möglichkeit, Sachleistungen in Anspruch zu nehmen.

Pflegesachleistungen - Beauftragung des ambulanten Pflegedienstes

Wünschen Sie Unterstüzung bei der häuslichen Pflege eines Angehörigen durch einen ambulanten Pflegedienst, steht dafür aus der Pflegeversicherung - je nach Pflegestufe - ein festgelegten Höchstbetrag Betrag für diese sogenannte Sachleistung zur Verfügung. Die Leistungen beziehen sich auf die Grundpflege, die hauswirtschaftliche Versorgung sowie die Betreuung,

Das Gutachten zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit

Wird die Einstufung in eine Pflegestufe bei der Pflegeversicherung beantragt, wird z. B. der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) mit der Erstellung eines Gutachtens zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit beauftragt. In das Gespräch zur Begutachtung sollte man nicht unvorbereitet gehen, sondern sich vorab eingehend über Inhalt und Vorgehen informieren lassen.