Nachlasssicherung

Jeder Nachlass ist so individuell wie der Mensch, der einmal hinter ihm stand. Daher muss der Nachlassverwalter differenziert und einfühlsam auf alle Aspekte eingehen, die sich aus dieser Vielfalt ergeben.

Im Trauerfall - und besonders, wenn ein naher Angehöriger verstorben ist - fällt es nicht leicht, an alles zu denken.


Viele Dinge müssen erledigt werden

Die Bestattung organisieren, Verwandte und Freunde informieren, Haustiere unterbringen, Postnachsendeantrag stellen, Wohnungsauflösung und Renovierung, Testament beim Gericht abliefern oder Erbschein beantragen, Nachlass sichern, Kündigungen veranlassen, Rechnungen bezahlen, Auskünfte bei Banken und Versicherungen einholen, ggf. Konten sperren lassen, Steuererklärungen, etc.

Schwierig wird es immer dann, wenn besondere Umstände vorliegen, z. B. wenn Immobilienvermögen vererbt wird oder eine Firma existiert. Häufig lässt sich auch nicht abschätzen, ob unbekannte Gläubiger vorhanden sind oder eine Überschuldung des Nachlasses besteht.

Sind mehrere Erben anspruchsberechtigt, entstehen auch häufig Meinungsverschiedenheiten über die Regelung des Nachlasses und dessen Verteilung.


Wir können Ihnen bei der Vermeidung von vielen Problemen helfen z.B. durch


Das ist zu beachten

So individuell wie das Leben einer verstorbenen Person war, sind auch die Dinge, die nach deren Tod zu regeln sind. Diese Checkliste erhebt daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern zeigt auf, was häufig zu erledigen ist. Wir sind Ihnen behilflich, speziellen weiteren Regelungsbedarf zu analysieren und - sofern Sie es wünschen - stehen wir Ihnen für die Erledigung der anstehenden Aufgaben zur Verfügung.

Wer sollte informiert werden?
  • Arzt (stellt Totenschein aus)
  • Polizei (bei gewaltvollem Tod wie Unfall, Selbstmord usw.)
  • Bestatter (überführt die verstorbene Person in die Leichenhalle)
  • Standesamt (stellt Sterbeurkunde aus; ggf. übernimmt dies der Bestatter)
  • Arbeitgeber und / oder Rentenversicherungsträger (übernimmt ggf. der Bestatter)
  • evtl. Glaubensgemeinschaft/ Kirche (übernimmt ggf. der Bestatter)
  • Friedhofsverwaltung (übernimmt ggf. der Bestatter)
  • Geldinstitute
  • Krankenkasse (evtl. Rückgabe Hilfsmittel)
  • Lebensversicherung, ggf. Unfallversicherung
  • Behörden (Wohngeld, Sozialhilfe, Bestattungskosten bei Mittellosigkeit)
  • Versorgungsamt (bei Schwerbehinderung)
  • Post (Nachsendeauftrag)
  • Verwandte, Bekannte, Nachbarn
  • evtl. Rechtsanwalt, Notar, Steuerberater
  • Pflegedienste, Ärzte, Krankengymnastik etc.
  • Betreuer
  • Menüdienste
Was ist zu kündigen?
  • Wohnung/ Haus (wenn nicht Eigentum)
  • ggf. Pflege- Altenheimplatz
  • persönliche Versicherungen
  • Strom, Wasser, Gas (Zählerstände und -nummern notieren)
  • Telefon, Mobiltelefon, Internetdienste
  • Daueraufträge, Widerruf von Lastschriftermächtigungen
  • Abonnements
  • Mitgliedschaften (Vereine, Buchclubs, Gewerkschaft usw.)
  • Pflegedienste (evtl. Schlüssel zurückfordern)
  • Putzfrau (evtl. Schlüssel zurückfordern)
  • Gärtner (evtl. Schlüssel zurückfordern)
  • Lebensmittellieferant, Menüdienst (evtl. Schlüssel zurückfordern)
  • Hausnotruf (evtl. Schlüssel zurückfordern)
  • Lotterien, Spielgemeinschaften
  • Berufsgenossenschaft, Handwerkskammer, Handelskammer, Verbände
Was ist noch zu erledigen?
  • Haustiere versorgen, ggf. vermitteln
  • Blumen gießen
  • ggf. Schließzylinder Wohnung / Haus austauschen
  • Fenster und Türen schließen
  • Heizung regeln, Funktion prüfen
  • Stecker von elektrischen Geräten ziehen
  • Kühlschrank und Gefriertruhe kontrollieren, ggf. leeren
  • Müll entsorgen
  • Wasser abstellen
  • Briefkasten leeren (Postnachsendeauftrag stellen)
  • Anrufbeantworter abstellen
  • Schmuck und Wertsachen sicherstellen
  • persönliche Unterlagen durchsehen und Liste mit wichtigen Daten erstellen
  • Wohnungsräumung ggf. Renovierung
  • ggf. Treppenhausreinigung organisieren
  • bei Streitigkeiten über den Nachlass ein Nachlassverzeichniserstellen und durch Fotos dokumentieren
  • hatte die verstorbene Person noch Forderungen und oder Verbindlichkeiten gegenüber Dritten?
  • Klärungen mit Geldinstituten
  • Konten / Depots / Schließfächer feststellen und ggf. sperren lassen
  • ggf. Vollmachten löschen
  • Finanzstatus bei den einzelnen Geldinstituten feststellen und dokumentieren
  • Bausparverträge kündigen/ übertragen, Bauspardarlehen klären
  • Daueraufträge / Lastschriften überprüfen ggf. löschen bzw. widersprechen
Was ist zu beantragen?
  • Sterbegelder (Arbeitgeber, Gewerkschaften, Sterbekasse, Berufsgenossenschaft, Beschädigtensterbegeld)
  • Witwen- und/ oder Waisenrente ggf. Blindengeld, Versorgungsbezüge
  • Vorschusszahlung der Rentenversicherung (nur Ehepartner)
  • Auszahlungen von Lebensversicherungen
  • bei Unfall, evtl. Unfallversicherung bzw. Berufsgenossenschaft
  • bei privater Krankenversicherung evtl. noch vorliegende Krankenkostenrechnungen einreichen
  • bei öffentlich Bediensteten ggf. Beihilfe
  • ggf. Testamentseröffnung / Erbschein beim Nachlassgericht des letzten Wohnortes
  • bei Immobilieneigentum und vermuteter Nachlassüberschuldung ggf. eine Nachlassverwaltung beim Nachlassgericht des letzten Wohnortes beantragen und damit für eine Haftungsbeschränkung der Erben auf den Nachlass sorgen
  • sind keine Erben bekannt, zu sichernder Nachlass vorhanden und Dinge zu regeln, die nicht von Ihnen geregelt werden können, beim zuständigen Nachlassgericht eine Nachlasspflegschaft beantragen
Spezieller Regelungsbedarf
  • Fahrzeuge
    • Kfz, Boot, Wohnwagen, Anhänger etc. sicherstellen
    • Zulassungsstelle
    • Versicherung
    • Finanzierung
    • Stellplatz / Liegeplatz / Pachtgelände
  • Immobilieneigentum/ Pachtverträge
    • bei Wohnungseigentum Hausverwaltung informieren
    • Mieter / Pächter / Dauer-Campingplatz
    • Versorger (Gas, ggf. Heizöl, Strom, Wasser)
    • Gebäude-, Eigentümerhaftpflicht-, Hausratversicherung
    • Winterdienst
    • Gemeinde- / Stadtverwaltung
    • Schornsteinfeger
    • Müllabfuhr
    • Grundbesitzfinanzamt
    • Kleingartenverein / Dauercampingplatz
    • Grundbuchamt
    • Klärung der Finanzierung
Was muss beachtet werden
Sind Sie nicht alleiniger Erbe, benötigen Sie für manche Regelungen eine Vollmacht der Miterben. Daneben benötigen Sie ggf. das Testament mit Eröffnungsniederschrift des Nachlassgerichts bzw. den Erbschein.
Selbständige, Ärzte, Architekten, Rechtsanwälte, Gewerbetreibende, etc.
War die verstorbene Person selbstständig tätig, sind meist viele unterschiedliche Sachverhalte zu regeln, die nicht in dieser Checkliste dargestellt werden können. Hier ist eine individuelle Beratung zu empfehlen. Gern ist unser spezialisiertes Team bereit, entsprechende Abwicklungen für Sie durchzuführen.